Jerry der Ausbrecher

Es war ein Tag wie jeder andere. An einer Futterstelle gab es noch einen Kater der noch nicht kastriert war. Die manuelle Falle steht dort schon ewig damit sich alle Katzen an dieses Monster gewöhnen; ganz besonders die Katzen die ewig die Distanz zu mir vorziehen. Zu diesen gehörte auch Jerry. Sein Bruder Tommy sieht ihn ähnlich wie ein Zwilling, mit dem Unterschied, dass Tommy immer mutiger wird.

Jedenfalls, es war an einem Montag, ich fahre wie üblich zur Futterstelle und wie immer holen mich einige der Katzen ab um mich bis zum Platz wo das große Fressen statt findet, zu begleiten. Jerry merkt schnell dass die Katzen in den vorderen Reihen sehr oft auch kleine Leckereien bekommen, aber halt nur die die zu mir kommen und sich auch streicheln lassen. Ich sehe Jerry und denke er ist doch schon relativ nahe und er wird denken wenn ich jetzt nahe genug bin bekomme ich auch etwas von diesen Leckereien ab. Ich hatte ein paar Reste vom Abendessen dabei und legte diese in die Falle und machte sie scharf. Während die anderen sich die Bäuche voll schlugen tänzelte Jerry um mich herum, jedoch immer mit gebührenden Abstand. Ich ging etwas zurück, denn die Schnur an der ich ziehen muss damit die Türe der Falle sich schließt war auch noch nicht gerichtet und schon lief Jerry in die Falle und fing an zu essen. Ich griff schnell die Schnurr und zog. Die Tür fiel zu und Jerry war gefangen und alle anderen Katzen rannten fluchtartig ins Gebüsch.

Jerry schrie und randalierte in der Falle, ich deckte diese schnell ab und trug ihn zum Auto. Wenn eine Katze in einer Falle von 1 Meter Größe randaliert wirkt das Katzengewicht gleich doppelt so schwer. Das Auto stand so nah wie möglich aber diese 25 Meter die ich ihn doch noch  tragen muss sind immer wieder eine Aktion. Als Jerry im Auto verstaut war fuhr ich in unsere Garage. Das war nicht weit, so ca. 5 Minuten, aber für Jerry war es wohl eine Ewigkeit. Am Haus angekommen trage ich ihn in die Garage und schließe das Tor, stelle eine Box auf dem Boden die Falle dahinter und öffne die Tür von der Falle, in dem Moment merke ich das die Decke mit der die Falle abgedeckt war wackelte ich drehte mich um und sehe Jerry unter der Decke hinaus laufen, geradeaus in die Garagenecke und voller Panik.

Ich dachte ich schaue nicht richtig, wie konnte das jetzt passieren? Ich hebe die Decke hoch und sehe ein Loch in der Falle.

Jerry hat in der kurzen Zeit meine Falle ruiniert, er hat ein Loch hinein gefressen um auszubrechen. Ich dachte: okay die Falle wird wieder geflickt und es ist  ja nun nicht das erste mal daß eine Katze frei in der Garage herum läuft. Allerdings wurde ich bei den Aktionen, die Katzen in der Garage wieder einzufangen, schon zweimal gebissen. Jedes mal hatte ich die Ehre in die Notaufnahme im Krankenhaus zu müssen. Ein Mal wurde ich gleich für 3 Tage stationär aufgenommen. Alles protestieren half mir damals auch nicht. Ich hatte also absolut keine Lust auf einen weiteren Besuch in der Klinik.

Ich überlegte: wo sind denn meine Handschuh. Ach, klar, natürlich im Auto vor der Garage und dem verschlossenen Rolltor, wo auch sonst. Wenn ich nun jedoch das Tor öffne ist Jerry weg, also suchte ich nach anderen Handschuhen und ich fand auch ein Paar. Außerdem griff ich mir noch die Decke, die eigentlich zum Abdecken bei Anstreicharbeiten gedacht war. Jerry hockte unter einem Schrank und wollte eigentlich nur so unsichtbar wie möglich sein.

Er wollte unter dem Schrank nicht heraus kommen, also half ich mit einem Besen nach und Jerry rannte in die andere Ecke und irgendwie schaffte er es auf das Tor uns saß dort oben wie ein Affe auf dem Schleifstein.

Prima Stelle dachte ich und kletterte auf einen Tisch. Sobald ich auf den Tisch geklettert war, stürzte Jerry sich kampfesmutig auf mich und spielte weiter sein Versteckspiel. Eine gefühlte Ewigkeit später hatte er sich zwischen Wand und einer anderen Falle verkrochen und er war sichtlich außer Atem. Nun nutzte ich meine Chance, griff mit festem Griff zu und schob ihn in seine Box.

Es war gerade 17:00 und ich rief meine Tierärztin an um zu fragen ob wir noch kommen können, dies wurde bestätigt und so fuhren wir auch gleich noch los um ihn kastrieren zu lassen. Jerry wurde gewogen der junge Mann wog stolze 4,800kg und ich fuhr wieder heim.

Pünktliche 3 Stunden später fuhr ein kastrierter Jerry mit mir wieder heim. Jerry wurde über Nacht im Apartmenthaus untergebracht, schön warm eingepackt und einem verdienten Abendessen. Am nächsten Morgen holte ich ihn und wir fuhren an den Platz, wo er lebt und ich lies ihn wieder frei. Als ich seine Tür an der Box öffnete konnte es ihm gar nicht schnell genug gehen und er rannte in den Wald. Ja und was soll ich sagen. Am folgenden Tag habe ich Jerry, wie erwartet, nicht am Futterplatz gesehen. Die Jungs sind nach den Kastrationsaktionen im allgemeinen sehr viel nachtragender, sprich: scheuer, als die Katzenmädchen. Aber auch er wird sich wieder blicken lassen, früher oder später. Hauptsache er ist gesund und er ist kastriert.

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

EnglishGermanSpanish