Eine alte Katze aus dem Tierschutz

Darf ich mich vorstellen, ich bin eine alte Katze genauer gesagt ich bin 10 Jahre jung und einen Namen hatte ich nicht. Ich lebte bereits sehr viele Jahre in einem Catshelter mit ganz vielen anderen Katzen zusammen. Wir lebten draußen, im Sommer und auch im Winter, unsere Fläche auf der wir alle lebten ist etwa 500m2 groß, wir haben dort viele Hütten damit wir uns zurückziehen konnten wenn es kalt war oder es regnete aber so richtig kuschelig warm hatten wir es nie, die Freiwilligen kamen jeden Tag um ihre Arbeit zu verrichten, es gab immer sehr viel zu tun bei uns und zum streicheln hatten sie kaum Zeit. Immer wenn jemand zu uns kam, liefen viele von uns zum Eingangstor, ich auch, jedes Mal lief ich so schnell wie ich konnte, um ganz vorn zu stehen musste man schnell sein aber die großen Katzen von uns drängelten sich immer vor sie waren stärker und ich hatte dem nichts entgegen zusetzen mit meinen 2,7kg. Aber hin und wieder fühlte auch ich eine liebevolle Hand an meinem Köpfchen und dachte wie schön es doch ist. Aber ich fühlte diese Hand nie lang irgendwer schob sich immer dazwischen. Ich war traurig, ich sehnte mich nach mehr Liebe und Geborgenheit und immer wenn die Menschen gingen zerplatzte mein Traum.

Eines Tages um es genauer zu sagen am 7. November es war ein Dienstag, dieser Tag sollte mein großer Tag sein und mein lang ersehnter Traum sollte in Erfüllung gehen, ich wusste es aber nicht. Ein Auto fuhr vor und eine nette Frau stieg aus. Zuerst ging sie an uns vorbei in die andere Richtung zu den anderen Katzen, es sah so aus als ob sie noch auf etwas wartete und so verging etwas Zeit. Ein weiteres Auto kam und dann es war 30 Minuten später öffnete sich unser Tor und sie kamen zu uns herein, ich lief los um die erste zu sein, ich wollte wieder das Gefühl spüren auf meinem Fell was so schön ist aber die großen Katzen drängelten sich wieder vor, ich hatte keine Chance ich war zu klein und zu schwach, enttäuscht setzte ich mich in einiger Entfernung nieder und schaute einfach nur zu, vielleicht dachte ich, sieht sie mich diese nette Frau?

Auf einmal kamen sie auf mich zu, ich war wie geschockt, ich konnte mich nicht mehr bewegen, sie kauerten sich um mich zu streicheln. Es war so schön ich wollte mehr und ich bekam mehr. Ich schnurrte, ich trettelte ich gab alles aber auch das war viel zu schnell vorbei. Die zwei Frauen unterhielten sich weiter und auf einmal griff sie nach mir und schob mich in eine Box. Was war geschehen, habe ich etwas falsch gemacht, warum sitz ich hier drin? Ich hatte Angst.

Man brachte mich in ein Auto und dann wurde es dunkel, eine Decke lag nun auf meiner Box ich konnte nichts mehr sehen und beruhigte mich ein wenig.

Es dauerte nicht lang und wir fuhren los, ich war ganz still, ich hatte Angst, fuhren wir zum Arzt? Seit 2 Tagen plagte mich ein Schnupfen und ich musste immer zu niesen, ich dachte wir fahren bestimmt zum Arzt, ich mag keine Ärzte!

Als wir hielten trug die Frau mich eine Weile, es roch nicht nach Klinik, es roch anders, ich wusste nicht wie? Auf einmal öffnete sich meine Box, wo war ich? Ich flitzte aus der Box gerade Wegs in ein anderes Zimmer und huschte erst mal unter ein Bett, das nennen die Menschen so und blieb ganz still dort sitzen. Ich hatte Angst, wo war ich, wo waren meine Freunde? Überall waren Wände und Fenster ich suchte einen Ausgang aber ich fand keinen. Ein paar Stunden später bekam ich Hunger und so traute ich mich heraus, unter dem Bett war ich sicher, wenn ich jetzt hervor komme was erwartet mich? Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ging meiner Nase nach, ich roch etwas, es roh vorzüglich ich wollte schauen was es ist. Ich musste nicht lange suchen, ein voller Teller, für mich? Ich schaute mich um keiner war da nur eine Katze weiter oben in einem Regal, sie schaute freundlich zu mir herunter und so traute ich mich von dieser Köstlichkeit zu essen. Man schmack das gut, wo war ich dachte ich wieder? Ich konnte so viel essen wie ich wollte, keiner schupste mich weg oder klaute mir mein Essen. Als mein Bäuchlein voll war lief ich erneut unters Bett und schlief ein.

Etwas später öffnete sich eine Tür, ich war erschrocken und ganz still. Auf einmal sah ich Füße und dann ein Gesicht, es war die nette Frau die ich im Catshelter sah und die mich dort streichelte. Sie rief mich –Twinkie-, meinte sie mich dachte ich? Wieder und immer wieder rief sie nach mir, ich musste gemeint sein den die nette Frau sah zu mir unter dem Bett. Endlich nach so vielen Jahren hatte ich einen Namen, -Twinkie- gefällt mir, der Name ist schön. Nun wusste ich auch dass die nette Frau Angie heißt.

Der Tag war lang und mit so vielen neuen Eindrücken, ich war müde und so schlief ich als es dunkel wurde auf dem Bett ein. Ich war so müde das ich nicht einmal merkte wie Angie sich in der Nacht zu mir legte. Erst am nächsten Morgen wachte ich auf, durch einer Klappe im Fenster kam ein Kater, als er mich sah wich er erschrocken zurück. Ich lief auf ihm zu aber er fauchte mich an. Angie sagte ich muss Geduld haben. Red ist ein Kater von zweien, Mogli der andere lebt auch hier. Als Mogli später auch kam sah er mich und auch er blieb erschrocken stehen und fauchte mich an. Ich lebte mit so vielen Katzen zusammen aber keine fauchten, ich weiß nicht so recht was das soll. Angie sagte wieder ich soll doch Geduld haben.

Mein Schnupfen plagte mich immer noch Angie versuchte mir Tabletten zu geben, nur ich mag nicht hoch gehoben werden und schon gar nicht wenn man mich im Genick greifen will. Ich spuckte meine Tablette immer wieder aus. Am Freitag war dann die Geduld von Angie zu Ende, sie sagte wir fahren zum Arzt. Arzt? Nein bitte nicht, ich will nicht zum Arzt. Angie sagte das hätte ich mir früher besser überlegen sollen, wer unkooperativ ist muss mit den Folgen leben, sie packte mich in die Box und wir fuhren los.

Ich machte mich ganz klein in meiner Box, ich hatte Angst, Angie sprach während der Fahrt mit mir und ich beruhigte mich ein wenig. Wir hielten, Angie trug mich und es roh nach Arzt ich wollte nicht hier sein aber wo sollte ich hin?

Meine Box öffnete sich, die Frau im Kittel wollte an mir rum fummeln ich war so aufgeregt, ich will das alles nicht, ich sprang vom Tisch und suchte einen Ausgang doch ich fand keinen.

Irgendwie griff mich Angie und ich war wieder auf dem Tisch, Angie hielt mich fest ich versuchte frei zu kommen aber es gelang mir nicht. Mit festem Griff wurde ich fixiert, für mich kam es als Ewigkeit vor und als ich dachte das das mein Ende ist, lies Angie locker und schob mich zurück in meine Box, ich kroch wieder in die hinterste Ecke und machte mich ganz klein. Mein Herz pochte sehr schnell, ich war erschöpft, ich wollte Heim nur wo ist mein Heim. Ich hatte Angst dass ich wieder in den Catshelter zurück gebracht werde, ich war nicht lieb beim Arzt.

Als wir wieder hielten trug mich Angie ein Stück mit meiner Box, ich wusste nicht wohin und als sich die Box öffnete waren wir wieder bei Angie, was war mein kleines Herz froh, ich lief schnell zu meinem Teller aß als gebe es morgen nichts mehr und legte ich mich erschöpft in mein Bettchen und schlief ein.

Die Tage vergingen und ich lebte mich ein, die Jungs Red und Mogli waren schon etwas lieber zu mir, ich durfte sie aber nicht bedrängen. Mogli lief jetzt sogar beim mir direkt vorbei und meinte wohl das dies das normalste ist auf dieser Welt. Na ich weiß ja nicht vor ein paar Tagen hat er sich ziemlich doof angestellt, obwohl er auch noch nicht sehr lange hier lebt. Er hat mich auch schon beschnuppert, hinten na ihr wisst schon wo ich meine, oder?

Red wird nun auch wieder normal, er isst jetzt immer bei mir vom Teller, als wenn er keinen eigenen hätte, ist mir aber egal den Angie füllt ihn immer wieder auf. Und da ist noch Tapsy sie schaut immer noch sehr oft von oben zu, aber wenn wir spielen ist sie immer mit dabei. Das macht auch mehr Spaß wenn wir zwei um die Federangel flitzen und jeder versucht sie als erster zu erwischen.

Angie sagt das ich heute seit 2 Wochen bei ihnen bin und wisst ihr was seit 2 Tagen darf ich sogar nach draußen, ja so richtig nach draußen das ist vielleicht schön sag ich euch. Beim ersten Mal hatte ich so ein blödes Teil am Hals, Angie sagt das dies ein GPS Sender sei mit dem sie mich orten könne. Verstehe ich nicht so richtig, ich weiß doch wo ich bin, na jedenfalls sagt sie wenn ich mich verlaufe würde Angie mich finden.

Meine erste Runde um die Blöcke hat eine Stunde gedauert, ich habe mir alles angeschaut, hier ist ganz viel Wald da kann ich bestimmt viel jagen und Angie Geschenke mitbringen. Aber aufpassen muss ich auch hier laufen auch andere Katzen rum die nicht alle freundlich sind. Aber da laufe ich schnell weg, das passt schon. Hier gibt es viel neues was ich entdecken kann, bei uns damals im Catshelter hatten wir nicht so viel Abwechslung.

Ich bin so richtig froh das ich jetzt hier bin und nicht mehr im Catshelter.

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